Zukunftsprogramm "Stadtumbau Berlin"
Die Senatsverwaltung hat die Bedeutung von selbstbestimmten Wohnen im Alter erkannt
Die Stadt Berlin hat sich im Zuge verschiedener Studien in den letzten Jahren mit dem Thema des demografischen Wandels auseinandergesetzt. Dabei wurde deutlich, dass die Bevölkerungszahl der Hauptstadt (im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten) zwar nicht sinken, gleichzeitig aber der Anteil der jüngeren Senioren im Alter von 65-85 Jahren an der Gesamtbevölkerung in Berlin um 28 % steigen wird.
Die Schlussfolgerung, dass diese Entwicklung eine verstärkte Bereitstellung von Wohnraum für ältere Menschen erfordert, drängte sich auch der Senatsverwaltung auf. So sieht die Studie „Selbstbestimmtes Wohnen im Alter“ vom Dezember 2004 die Senioren als „starke Nachfragergruppe am Wohnungsmarkt mit Ansprüchen an ein differenziertes Wohnangebot“, deren Nachfrage durch das momentane Angebot kaum zu decken ist.
Die Stadt sieht sich zwar selbst als „attraktiver Wohnort für Ältere“, schließlich biete Berlin eine exzellente Infrastruktur. Auf der anderen Seite ist eine Erweiterung des bestehenden Angebots für ältere Menschen zwingend erforderlich. Die Studie geht von einem Neubaubedarf von 100.000 Wohnungen bis zum Jahr 2020 aus, von denen ein große Anzahl altersgerecht sein müssen. Hinzu kämen 5.000 zusätzliche Plätze in stationären Pflegeheimen.
Um den Bedürfnissen von Senioren gerecht werden zu können, nennt die Studie als geeignete Wohnformen u.a. seniorengerechte Einzelwohnungen, Wohngruppen und alternative Wohnmodelle, betreutes Einzelwohnen sowie die klassischen Wohnformen. Von den knapp zwei Millionen Wohnungen in Berlin müssten einige umgebaut und der Bedarfslage angepasst werden. Auch die etwa 150.000 momentan leer stehenden Wohnungen böten sich hierfür laut Studie an. Bei neuen Projekte will die Senatsverwaltung ebenfalls verstärkt darauf achten, Projekte auch im Sinne der älteren Generation zu planen und umzusetzen.
Nur auf diesem Wege könne eine hohe Lebensqualität und generationenübergreifendes Wohnen in den Stadtteilen gesichert und eine Segregation der älteren Generation vermieden werden.



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